Therapie der Anämie
Die nachfolgenden Angaben basieren auf den den EORTC-Guidelines 2007, ASCO/ASH 2010.
Pat. mit bösartigen Erkrankungen leiden häufig an einer klinisch symptomatischen Anämie. Ursachen können sowohl in der Tumorkrankheit als auch in der Tumortherapie liegen. Die Wahrscheinlichkeit einer Anämie beträgt je nach Tumortyp und -stadium bereits bei Diagnose solider Tumoren ca. 50 %. Anämien treten z. B. bei 70 % der Pat. mit Mamma-Ca. im Laufe der CTx auf.
Nach der Eisenmangelanämie ist die häufigste Anämieform eine durch Aktivierung des Immunsystems ausgelöste Anämie bei chronischen Erkrankungen (ACD, anemia of chronic disease). Als Ursachen der ACD kommen – neben akuten oder chronischen Infektionen, Autoimmunopathien, Entzündungen, im Rahmen chronischer Nierenerkrankungen – insbesondere Tumorerkrankungen (sowohl hämatologische Neoplasien als auch solide Tumoren) in Betracht.
CTx bzw. RTx induzieren Anämien infolge ihres myelosuppressiven Effektes, platinhaltige CTx möglicherweise zusätzlich über eine Nierenschädigung. Dosisintensivierte bzw. dosisdichte Therapien sind mit einem höheren Anämierisiko assoziiert als konventionelle Therapien. Andere Ursachen der Anämie können ebenfalls vorliegen und sollten immer abgeklärt werden (s. u.).



