Metastasiertes kolorektales Karzinom: Verdopplung der Überlebenszeit seit 1990
Lebermetastasenresektion und neue, innovative Medikamente verbesserten die Prognose von Patienten mit metastasierten kolorektalen Karzinomen erheblich: Die mediane Überlebensdauer ab Diagnosestellung stieg von 14,2 Monaten auf 29,3 Monate.
Eine retrospektive amerikanische Analyse untersuchte die Auswirkungen der Einführung neuer Medikamente und der verstärkten operativen Entfernung isolierter Lebermetastasen auf die mediane Überlebensdauer und die 5-Jahres-Überlebensrate von Kolonkarzinom-Patienten. In die Analyse gingen die Daten aller 2470 Patienten ein, die zwischen 1990 und 2006 in zwei großen Amerikanischen Kliniken (Anderson Cancer Center, Houston, USA; Mayo Clinic, Rochester, USA) wegen metastasierter kolorektaler Karzinome behandelt wurden.
Die demographischen Parameter veränderten sich während der 17-jährigen Untersuchungsperiode nicht signifikant. Medianes Alter, Histologie, Lokalisation des Primärtumors und Geschlechtsverteilung blieben gleich. Die mediane Überlebensdauer verbesserte sich zwischen 1990 und 1997 ebenfalls nicht. Diese Periode wurde deshalb kumuliert und bildete die Ausgangsbasis für die Untersuchung.
Ab 1998 verbesserte sich die Prognose der Patienten schlagartig.
Alle Patienten mit Diagnosestellung während einer der drei späteren Perioden (1998-2000; 2001-2003; 2004-2006) schnitten signifikant besser ab als die Population der ersten 8 Studienjahre.
Das mediane Überleben stieg ...
- von 14,2 Monaten (Diagnose: 1990-1997)
- auf 18,0 Monate (1998-2000),
- 18,6 Monate (2001-2003)
- und 29,3 Monate (2004-2006).
... gleichzeitig mit der 5-Jahres-Überlebensrate
- von 9,1 % (1990-1997)
- auf 19,2 % (2001-2003)
- Für zwischen 2004 und 2006 diagnostizierte Patienten liegt die 5-Jahresüberlebensrate noch nicht vor. Modelrechnungen auf Basis der vorhandenen Überlebensstatistik sagen etwa 32 % voraus.
Lebermetastasenresektion ...
Wie Subgruppenanalysen zeigten, trug die Lebermetastasenresektion, die in den beiden beteiligten Kliniken 1998 eingeführt wurde, erheblich zu der Überlebensverlängerung bei. Ab 1998 diagnostizierte Patienten, die ein Jahr nach Diagnosestellung noch lebten, hatten bei erfolgreicher Lebermetastasen-OP eine 5-Jahresüberlebensrate von 55,2 %, verglichen mit 19,5 % Patienten, bei denen keine Resektion der Lebermetastasen möglich war. Die mediane Überlebensdauer der resezierten Patienten erreichte 65,2 Monate, ohne Resektion waren es median nur 26,7 Monate.
... und neue Medikamente
Ein weiterer wichtiger Faktor war die Einführung und der zunehmende Einsatz neuer Medikamente, was sich vor allem auf die Überlebensdauer der ab 2004 diagnostizierten Patienten auswirkte. Zwischen 1990 und 1997 standen nur 5-Fluorouracil und Folinsäure zur Verfügung, später kam Irinotecan hinzu, ab 2000 Oxaliplatin und ab 2004 Bevacizumab und Cetuximab.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Überlebenszeit von Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom kontinuierlich zunimmt. Mehr als 30 % der Patienten, deren metastasiertes kolorektales Karzinom 2004 diagnostiziert wurde, werden nach 5 Jahren noch am Leben sein.
Quelle: Kopetz S, et al. Improved survival in metastatic colorectal cancer is associated with adoption of hepatic resection and improved chemotherapy. J Clin Oncol 2009; 27: 3677-3683



