01/2010 - Gemcitabin + Pertuzumab bei platinresistentem Ovarialkarzinom: Die Wirksamkeit ist von der HER3 mRNA-Expression abhängig
Ovarialkarzinompatientinnen mit niedriger HER3 mRNA-Expression profitieren von der Kombination Gemcitabin plus Pertuzumab. Die Kombination verlängert das progressionsfreie Überleben dieser Subgruppe, bei hoher Expression ist jedoch die Gemcitabin-Monotherapie effektiver.
Eine randomisierte Doppelblindstudie verglich die Kombination Gemcitabin plus Pertuzumab mit Gemcitabin plus Placebo bei platinresistentem Ovarialkarzinom. Einige der teilnehmenden Frauen hatten auch Eileiterkarzinome oder Peritonealkrebs. Das primäre Studienziel war die Verlängerung des progressionsfreien Überlebens durch Zugabe von Pertuzumab, sekundäre Ziele waren die objektive Ansprechrate, die Ansprechdauer, das Gesamtüberleben und die Wirksamkeit in Subgruppen (mRNA-Expression von Genen der HERFamilie [z.B. HER3-mRNA]).
- 130 Patientinnen (65 pro Arm) wurden in die Studie aufgenommen. Alle hatten wenigsten eine platinhaltige Vortherapie erhalten, 29 zusätzlich eine nicht-platinhaltige Chemotherapie (meist Doxorubicin).
- Die Zugabe von Pertuzumab zu Gemcitabin führte zu einem tendenziell besseren medianen progressionsfreien Überleben im Vergleich zu Gemcitabin plus Placebo (2,9 Monate versus 2,6 Monate).
- Nach Korrektur für ECOG-Score, Anzahl der platinhaltigen Vortherapien und RECIST-Kriterien betrug die Hazard Ratio 0,66 (p = 0,07).
- Bei 9 (13,8 %) Gemcitabin plus Pertuzumab-Patienten und 3 (4,6 %) Gemcitabin plus Placebo-Patienten wurde eine Teilremission beobachtet.
- Die mediane Gesamtüberlebensdauer war in beiden Gruppen vergleichbar (13,0 Monate mit Gemcitabin plus Pertuzumab, 13,1 Monate mit Gemcitabin plus Placebo.
- Die HER3-Expression des Tumors korrelierte deutlich mit dem progressionsfreien Überleben (PFS). Patientinnen mit HER3-mRNA-Werten unterhalb des Medians hatten mit Gemcitabin/Pertuzumab ein signifikant besseres progressionsfreies Überleben (Hazard Ratio: 0,32; p = 0,0002)
- während bei mRNA-Werten ≥ Median die Gemcitabin/Placebo-Gruppe besser abschnitt (Hazard Ratio: 1,68; p = 0,08).
- Zwischen der Expression anderer Gene der HER-Familie und dem Behandlungsergebnis wurden keine signifikanten Zusammenhänge beobachtet.
Die HER3-mRNA-Expression war auch ein prognostischer Marker. Gemcitabin/Placebo-Patientinnen mit niedriger HER3-mRNA hatten ein medianes progressionsfreies Überleben von 1,4 Monaten (medianes Gesamtüberleben: 8,4 Monate) verglichen mit 5,5 Monaten bei hoher HER3-mRNA (medianes Gesamtüberleben: 18,2 Monate).
Die Addition von Pertuzumab zu Gemcitabin führte zu einer höheren Inzidenz von Müdigkeit, Übelkeit, Diarrhö, Rückenschmerzen, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Stomatitis, Epistaxis, Dyspepsie und Rhinorrhö im Vergleich zur Behandlung mit Gemcitabin plus Placebo. Auch die Inzidenz dritt- und viertgradiger Neutropenien und Thrombozytopenien war mit der Kombinationstherapie höher. Bei 6 Patienten (2 Gemcitabin/Placebo-, 4 Gemcitabin/Pertuzumab-Patientinnen) traten fatale unerwünschte Ereignisse auf.
Die Autoren schlussfolgern, dass Pertuzumab eine aktive und tolerierbare Option für platinresistente Ovarialkarzinome ist. Die niedrige HER3-mRNA-Expression ist ein wichtiger Marker zur Identifikation von Patientinnen, die von Pertuzumab profitieren.
Quelle: Makhija S, et al. Clinical activity of gemcitabine plus pertuzumab in platinum-resistant ovarian cancer, fallopian tube cancer, or primary peritoneal cancer. J Clin Oncol 2009; 27. Epub ahead of print, November 6



