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01/2010 - Bisphosphonate senken Brustkrebsrisiko um etwa 30%

 

Postmenopausale Frauen, die wegen Osteoporose mit Bisphosphonaten behandelt werden, haben ein deutlich geringeres Brustkrebsrisiko als Frauen, die diese Therapie nicht erhalten. Orale und intravenöse Bisphosphonate schützen in vergleichbarer Weise vor Mammakarzinomen.

 

Um die Zusammenhänge zwischen der oralen Anwendung von Bisphosphonaten und dem Brustkrebsrisiko zu untersuchen, werteten amerikanische Autoren die Daten von mehr als 150.000 postmenopausalen Frauen aus der Womenʼs Health Inititiave-Studie aus. 2216 Frauen erhielten bei Studienbeginn eine orale Bisphosphonat-Therapie (meist Alendonat). Die Ergebnisse der Untersuchung wurden jetzt auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium vorgestellt.

 

Während der Beobachtungsdauer von durchschnittlich 7,8 Jahren hatten die Bisphosphonat-Patientinnen ein 32% niedrigeres Brustkrebsrisiko (p < 0,01) als Frauen ohne diese Therapie. Besonders ausgeprägt war der Schutz vor östrogenrezeptorpositiven Mammakarzinomen (p = 0,02), während bei östrogenrezeptornegativen Tumoren nur ein Trend zugunsten der Bisphophonatgruppe beobachtet wurde. Die Autoren schlussfolgern, dass orale Bisphosphonate einen direkten hemmenden Effekt auf die Brustkrebsentwicklung haben könnten.

 

Eine zweite israelische Studie, die ebenfalls in San Antonio vorgestellt wurde, bestätigte diese Ergebnisse. Die Breast Cancer in Northern Israel Studie verglich Brustkrebspatientinnen mit nach Alter, Klinik und Ethnie entsprechenden Kontrollen. 4575 postmenopausale Brustkrebspatientinnen und Kontrollen wurden interviewt, um den bisherigen Bisphosphonatgebrauch zu erfassen.

 

Die Bisphosphonat-Langzeitanwendung korrelierte mit einem signifikant niedrigeren Brustkrebsrisiko (- 34%). Auch nach Berücksichtigung von Alter, Ernährung (Obst und Gemüsekonsum), ethnischer Gruppe, sportlicher Aktivität, familiärer Brustkrebsanamnese, Body-Mass-Index, Dauer der Stillzeiten und Alter bei der ersten Schwangerschaft war das Risiko bei Bisphosphonat-Therapie signifikant niedriger (- 29%). Außerdem gab es in der israelischen Studie einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Dauer der Bisphosphonatanwendung und dem Brustkrebsrisiko.

 

Bereits im Frühjahr 2009 berichtete das New England Journal of Medicine über eine Verlängerung des krankheitsfreien Intervalls von postmenopausalen Frauen mit frühem, östrogenrezeptorpositivem Brustkrebs, deren adjuvante Therapie (Goserelin/Anastrozol oder Goserelin/Tamoxifen) in Kombination mit dem intravenösen Bisphosphonat Zoledronsäure verabreicht wurde. Nach einer medianen Beobachtungsdauer von 47,8 Monaten wurden bei den 1803 Patientinnen 137 Rezidive beobachtet. Ohne Zoledronsäure betrug die krankheitsfreie Überlebensrate 90,8%. Patientinnen, die Zoledronsäure erhielten, hatten dagegen eine krankheitsfreie Überlebensrate von 94,0%. Das bedeutete eine 36%ige Reduktion des Progressionsrisikos durch Zoledronsäure (6% mit Zoledronsäure versus 9,2% ohne Zoledronsäure).

 

Quellen:
Chlebowski RT, et al. Oral bisphosphonates and breast cancer: prospective results from the Womenʼs Health Initiative (WHI). San Antonio Breast Cancer Symposium, San Antonio, USA, 2009; Abstract 21
Rennert G, et al. Use of bisphosphonates and risk of postmenopausal breast cancer. San Antonio Breast Cancer Symposium, San Antonio, USA, 2009; Abstract 27
Gnant M, et al. Endocrine therapy plus zoledronic acid in postmenopausal breast cancer. N Eng J Med 2009; 360: 679-691