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02/2010 - Hohe Rezidivgefahr bei kleinem HER2-positivem Mammakarzinom

 

Ohne adjuvante Therapie haben Patientinnen mit einem ≤ 1 cm großen, lymphknotennegativen, HER2-positiven Mammakarzinom ein sehr viel größeres Rezidivrisiko als Patientinnen mit vergleichbaren HER2-negativen Tumoren.

 

HER2-Positivität von Mammakarzinomen ist ein wichtiger Prädiktor für Rezidive und brustkrebsbedingte Mortalität. Trotzdem erhalten Patientinnen mit Tumoren < 1 cm und negativem Lymphknotenbefund wegen ihres insgesamt sehr niedrigen Rezidivrisikos unabhängig vom HER2-Status in der Regel keine adjuvante Behandlung und die meisten Studien, die eine adjuvante Therapie des Mammakarzinoms untersuchten, schlossen diese Population von der Teilnahme aus. Die aktuellen Leitlinien raten bei Mammakarzinomen im Stadium T1N0M0 ebenfalls von einer systemischen Therapie mit HER2-Antagonisten ab.

 

Eine retrospektive US-amerikanische Untersuchung analysierte jetzt den Krankheitsverlauf aller Frauen, bei denen zwischen 1990 und 2002 am M.D. Anderson Cancer Center in Houston (USA) ein Mammakarzinom < 1 cm mit negativem Lymphknotenstatus (Stadium T1a,bN0M0) diagnostiziert wurde. Patientinnen, die eine adjuvante Chemotherapie oder Trastuzumab erhalten hatten, wurden ausgeschlossen. Studienziele waren das rezidivfreie und fernrezidivfreie Überleben nach 5 Jahren von HER2-positiven und HER2-negativen Patientinnen.

 

965 Patientinnen erfüllten die Aufnahmekriterien und wurden in die Analyse aufgenommen. 98 Frauen hatten HER2-positive Tumore, bei 867 war das Karzinom HER2-negativ.

 

Während der maximal 5-jährigen Beobachtungsdauer wurden 72 Rezidive diagnostiziert. 21 Rezidive traten bei HER2-positiven, 51 bei HER2-negativen Frauen auf. Die 5-jährige rezidivfreie Überlebensrate (92 % in der Gesamtpopulation) war bei HER2-positiven Frauen signifikant niedriger als bei negativem HER2-Status (77,1 % vs. 93,7 %; p < 0,0001; Hazard Ratio: 2,68). Die Rezidivrate der HER2-positiven Frauen hing nicht mit dem Hormonrezeptorstatus zusammen. 13 von 60 (21 %) HER2-positiven, hormonrezeptorpositiven und 8 von 38 (21 %) HER2-positiven, hormonrezeptornegativen Frauen entwickelten Rezidive.

 

96,2 % der Patientinnen waren nach 5 Jahren fernrezidivfrei. Auch hier schnitten HER2-positive Patientinnen signifikant schlechter ab (Hazard Ratio: 5,3;). Die fernrezidivfreie Überlebensrate dieser Frauen betrug nach 5 Jahren 86,4 % verglichen mit 97,2 % bei HER2-negativen Mammakarzinomen (p = 0,0001).

 

Die Autoren schlussfolgern, dass der HER2-Status ein sehr aussagekräftiger prognostischer Faktor für T1a,bN0M0-Mammakarzinome ist. Sie empfehlen, Frauen mit einem HER2-positiven T1a,bN0M0-Mammakarzinom adjuvant mit HER2-Antagonisten zu behandeln. Die aktuellen Therapieleitlinien sollten entsprechend überarbeitet werden.

 

Quelle: Gonzalez-Angulo, AM et al. High risk of recurrence for patients with breast cancer who have human epidermal growth factor receptor 2-positive, node-negative tumors 1 cm or smaller. J Clin Oncol 2009; 27. Epub ahead of print, November 2