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05/2010 - Fortgeschrittenes Her2-positives Mammakarzinom: Neratinib – neue Option bei Trastuzumab-Versagen

 

Neratinib bremst die Progression vieler fortgeschrittener Her2-positiver Mammakarzinome selbst nach Trastuzumab-Versagen. Allerdings ist die Ansprechrate Trastuzumab-naiver Patientinnen höher.

 

Neratinib ist ein oral verabreichbarer irreversibler Inhibitor der HER2- und EGFR-Kinase und wird für die Behandlung fortgeschrittener Her2-positiver Mammakarzinome entwickelt. In einer Phase II-Studie erhielten jetzt 136 Mammakarzinom-Patientinnen mit infauster Prognose (66 mit Trastuzumab-Vorbehandlung, 70 ohne Trastuzumab-Vorbehandlung) einmal täglich 240 mg Neratinib oral bis zur Krankheitsprogression. Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben nach 16 Wochen.

 

37 von 63 (59 %) auswertbaren Patientinnen mit Trastuzumab-Vorbehandlung und 50 von 64 (78 %) Patientinnen ohne Trastuzumab-Vorbehandlung waren nach 16 Wochen progressionsfrei. Die mediane Dauer des progressionsfreien Überlebens betrug 22,3 bzw. 39,6 Wochen. Trastuzumab-vorbehandelte Frauen hatten eine objektive Ansprechrate von 24 % (mediane Ansprechdauer: 39,3 Wochen), ohne diese Vorbehandlung waren es 56 % (mediane Ansprechdauer: 52,4 Wochen). Da sich die Krankheit bei mehreren weiteren Patientinnen für wenigstens 24 Wochen stabilisierte, wurden klinische Benefit-Raten von 33 % (mit Trastuzumab-Vorbehandlung) und 69 % (ohne Trastuzumab-Vorbehandlung) erreicht.

 

Die wichtigsten unerwünschten Ereignisse waren Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen und Fatigue. Diarrhöen waren die einzigen unerwünschten Ereignisse Grad 3/4, die bei mehr als 10 % der Patientinnen auftraten. In der ersten Behandlungswoche hatten 70 % - 90 % der Frauen Diarrhö. Darauf wurde mit Dosisreduktionen (bei 29 % der Frauen mit und bei 4 % der Frauen ohne Trastuzumab-Vortherapie) und der Gabe von Antidiarrhöemitteln regiert, so dass die Diarrhö-Rate im Laufe eines Monats auf 10 % - 15 % zurückging und fast alle Frauen (99 %) die Neratinib-Behandlung fortsetzen konnten. Kardiotoxizitäten (Abfall der linksventrikulären Ejektionsfraktion unter 50 %) wurden bei 4 Patientinnen beobachtet.

 

Die Autoren schlussfolgern, dass Trastuzumab sowohl bei stark vorbehandelten Patientinnen mit fortgeschrittenen HER2-positiven Mammakarzinomen als auch bei Trastuzumab-naiven Frauen eine erhebliche klinische Aktivität hat und einigermaßen akzeptabel verträglich ist. Weitere laufende Studien untersuchen, welche Patientinnen am meisten von Neratinib profitieren und ob Kombinationen mit Trastuzumab oder Chemotherapie den klinischen Benefit weiter steigern können.

 

Quelle: Burstein HJ, et al. Neratinib, an irreversible ErbB receptor tyrosin kinase inhibitor, in patients with advanced ErbB2-positive breast cancer. J Clin Oncol 2010; 28: 1301-1307