Gliome
Klassifikation
Das TNM-System hat derzeit keine klinische Bedeutung.
| Anatomische Regionen | ICD-10 |
Anatomische Regionen | ICD-10 |
Zerebrum, ausgenommen Hirnlappen und Ventrikel |
C71.0 |
||
Frontallappen |
C71.1 |
Temporallappen |
C71.2 |
Parietallappen |
C71.3 |
Okzipitallappen |
C71.4 |
Hirnventrikel |
C71.5 |
Zerebellum |
C71.6 |
Hirnstamm |
C71.7 |
ZNS, mehrere Regionen |
|
ZNS n. n. b. |
C71.9 |
überlappend |
C71.8 |
Histologie |
WHO-Grad |
Histologie |
WHO-Grad |
Astrozytäre Tumoren (A) |
|||
Pilozytisches Astrozytom |
I (III) |
|
|
Diffuse A. |
|
|
|
Fibrilläres A. |
II |
Protoplasmatisches A. |
II |
Gemistozytisches A. |
II |
|
|
Anaplastisches A. |
III |
Glioblastom |
IV |
Pleomorphes Xantho-A. |
II |
Subependymales |
I |
Oligodendrogliale Tumoren |
|||
Oligodendrogliom |
II |
Anaplast. Oligodendrogliom |
III |
Mischgliome |
|||
Oligoastrozytom |
II |
Anaplast. Oligoastrozytom |
III |
Ependymale Tumoren |
|||
Ependymom |
II |
Anaplast. Ependymom |
III |
Myxopapill. Ependymom |
I |
Subependymom |
I |
Gliale Tumoren unsicheren Ursprungs |
|||
Gliomatosis cerebri |
III |
|
|
Das histologische Grading nach der WHO-Klassifikation beinhaltet die Graduierung von Grad I (benigne) bis Grad IV (hochmaligne) und stützt sich bisher ausschließlich auf lichtmikroskopische Kriterien (Kernatypien und -polymorphien, Zelldichte, Endothelproliferationen, Nekrosenbildung, mitotische Aktivität). Die Immunhistologie (Expression des sauren Gliafaserproteins GFAP) zur Abgrenzung von primitiven neuroektodermalen Tumoren (PNET) oder Metastasen, die Expression von VEGF, von Protein S-100, Ki-67, MIB-1, PCNA, und mutiertes p53) findet in der WHO-Klassifikation bisher keinen Eingang.
Molekularbiologische Untersuchungen zeigen, dass es 2 größere Gruppen von malignen Gliomen gibt (de novo als malignes Gliom entstanden oder sekundär malignisiert).
Im Zusammenhang mit der CTx gibt es Hinweise, dass Tumoren mit oligodendroglialer Komponente und Allelverlusten auf Chromosom 10 möglicherweise chemosensitiver sind als solche ohne diese Veränderungen. Ferner scheinen Tumoren mit fehlender 6-O-Methylguanin-Methyltransferase-Aktivität sensitiver auf CTx zu sein. Eine Asservierung von tiefgefrorenem Tumormaterial kann hilfreich sein, ist allerdings nicht zwingend zu empfehlen. Für die Zukunft wird eine differenzierte Therapie basierend auf molekularbiologischen Befunden erwartet, ist aber bisher noch nicht von praktischer Relevanz.
Bei selteneren Entitäten, wie Gliomen im Rahmen einer Neurofibromatose I oder Turcot-Syndrom, sind genetische Untersuchungen und genetische Beratung sinnvoll.



